Argument
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Faire Löhne und Gehälter
Löhne und Gehälter sollten hinterfragt und neu definiert werden, dabei soll mehr Gerechtigkeit erzielt werden und mehr Anerkennung für Berufe, die dem Gemeinwohl und unserer Zukunft dienen. Persönliches Engagement für die Tätigkeit muss zudem in stärke...
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Tarifverträge gelten nicht für alle

Insbesondere Menschen, die im sozialen Bereich oder typischen "Frauenberufen" arbeiten, werden im Vergleich sehr schlecht bezahlt - Tarifverträge gelten nur für einen Teil von ihnen und selbst wenn sie gelten, liegt die Bezahlung in aller Regel weit unter dem Niveau anderer Tätigkeiten. Ein Grund dafür ist, das gerade in diesen Bereichen Menschen arbeiten, die ihre Arbeit aus Überzeugung gewählt haben und nicht vor einem materiellen Hintergrund. Sie müssen eine sowohl psychisch als auch häufig körperlich anstrengende Arbeit leisten - selbst wenn Tarifverträge greifen ist die Bezahlung schlecht, in manchen Bereichen (z. B. als Sozialarbeiter) ist es zudem schwierig eine Vollzeitstelle zu finden - selbst mit akademischem Hintergrund.

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    Außertarifliche Bezahlung ist nicht immer ein Segen für das Unternehmen, wenn auch aus reinen kurzfristigen betriebswirtschaftlichen Erwägungen scheinbar sinnvoll.

    Das finanziell belohnte Überengagement von Mitarbeitern führt dazu, dass sie alles mögliche tun, um mehr als ihre Kollegen zu verdienen. Hierzu werden alle Mittel eingesetzt: Konkurrenzkampf, Mobbing, Bestechung, Gefährdung der eigenen Gesundheit, Betrug an Kunden, Vorgesetzten und Kollegen, usw...

    Diese Menschen werden oft ungerechterweise befördert und können zu einem langfristigen Risiko für das Unternehmen und sich selbst werden. Mittlerweile entwickelt sich diese Mentalität bis ins obere Management, wo, solange die Kasse stimmt, diese Risiken verharmlost werden. Die Abgasskandale der Autoindustrie sind eine typische Konsequenz dieser Mentalität, und sprechen für eine gerechtere Bezahlung aller Mitarbeiter, ohne sie einen ungesunden Konkurrenzdruck auszusetzen..

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    Daß es so ist wie es ist, wissen wir alle. Das ist also keine Begründung sondern ein Status. Und natürlich gelten die Tarifverträge nicht für alle, sondern nur für die Mitglieder der Tarifvertragsparteien, also für Gewerkschaftsmitglieder und Mitglieder der Arbeitgeberverbände.

    Die Gründe, daß einige Berufe schlechter und andere besser honoriert werden, obwohl sie wichtiger Teil des Gemeinwesens oder sogar systemrelevant sind, sind wohl mehr in der Geschichte und dem früheren gesellschaftlichen Status dieser Berufe zu finden. Das ist heute zwar etwas besser geworden, aber in der Tarifautonomie immer noch fest verankert. Da tun die Gewerkschaften kaum etwas, um das zu verbessern resp. anzugleichen, um also z.B. Berufe nach ihrem gesellschaftlichen Wert einzustufen, um sie alle attraktiv zu machen.

    Also haben wir einen Pflegenotstand, in mehreren Branchen Fachkräftemangel, sowie einige Arbeitslose, die in manchen Berufen nicht arbeiten wollen, obwohl sie es könnten, usw..

    Die Tarifverträge, so wichtig sie auch sind, sind in ihrer heutigen Form überholt und stellen oftmals eine Bremse für den Arbeitsmarkt dar. Da herrscht dringender Reformbedarf. Und weil die Tarifautonomie ein wichtiges Detail ist, kann man zumindest in diesem Punkt der Regierung keinen Vorwurf machen - hier DARF sie nichts tun.

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    Das ist soweit schon richtig.

    ABER

    Wenn die arbeitende Bevölkerung nicht bereit ist, Gewerkschaftsmitglied zu werden und sich dort auch für eigene Interessen einzubringen

    Wenn die arbeitende Bevölkerung nicht danach fragt, ob der zukünftige Arbeitgeber tariflich gebunden ist oder nicht

    dann kann dieser Zustand erst entstehen. Vorher nun mal nicht.

    Für mich ist es eine Forderung von Unerwachsenden, Politik aufzufordern, die durch eigene Faulheit oder eigenes Desinteresse entstandenen Defizite wegzuarbeiten.

    Ja. Das mag sich böse, angriffig oder so lesen. Tatsächlich tut sich kein einziger Mensch auch nur im Ansatz einen Gefallen mit irgendwelchen Ausreden, die vorgeschoben sind, um mangelndes eigenes Einsetzen für eigene Interessen zu rechtfertigen.

    Und ja: Ich bin in einem äußerst schlecht bewerteten Beruf ausgebildet, als Krankenschwester. Heute heißt der Beruf Gesundheitspfleger. Das ändert am prekären Rückhalt aus der Bevölkerung nicht das Geringste.

    Wir haben die rechtliche Grundlage zur Entstehung ambulanter Pflegedienste erkämpft. Dazu brauchten wir auf gar keinen Fall die Mitgliedschaft in einer Partei. Wir brauchten dazu unsere persönliche Bereitschaft, statt in irgendwelchen Diskotheken unser Gehör zerstören zu lassen uns für unsere Interessen einzusetzen. Statt uns auf irgendeine Weise das Gehirn einzuschläfern - Drogenkonsum, Shoppen zur Stärkung von Sklavenarbeit weltweit und Umweltzerstörung ... - schlicht hochbetitelte Politiker an die Gültigkeit geltenden Rechts zu erinnern und auf die Folgen bei Missachtung hinzuweisen. Das reichte komplett aus.

    Heute dürfen sogar Krankenschwestern studieren. War zu meiner Zeit noch undenkbar - unvorstellbar.

    Heute ist der Lohn bei normaler Arbeitsleistung dem eines vergleichbaren Handwerker angepasst.

    In der Regel haben Krankenschwestern - natürlich auch Pfleger - vollkommen auf sich gestellt für berufliche Verbesserungen gekämpft. Erfolgreich.

    Nein. Ich habe absolut kein Verständnis für Menschen mit gleicher Ausbildung welche für Arbeitgeber arbeiten, die von Politik extra geschaffene sogenannte Rechte ausnutzen zur Unterwanderung auch von mir erkämpfter Rechte. Die gibt es. Es ist ihre eigene Verantwortung.